Maschinenspitze, Otto Lange (Entwurf), um 1930
© Kunstgewerbemuseum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: SKD / Michael Kretzschmar

Nouveautés – Kunstschule und Spitzenindustrie in Plauen

Was wäre die „Plauener Spitze“ ohne die Kunstschule für Textilindustrie in Plauen? Die Entwürfe der „Nouveautés“, der stilprägenden Neuheiten der Stickerei- und Spitzenindustrie des Vogtlandes, stammten zum größten Teil aus der Feder von Absolventen dieser Schule.

  • Laufzeit 11.10.2020—10.01.2021

Mit der

Deren wechselvolle Geschichte von 1877 bis 1945 wird nun erstmals umfassend in einer gemeinsamen Ausstellung des Vogtlandmuseums Plauen und des Kunstgewerbemuseums Dresden präsentiert. Mit der lokalen Industrie und einem nationalen wie internationalen Netzwerk bildete die Schule ein künstlerisch-handwerkliches Zentrum, das entscheidenden Einfluss auf die ästhetische wie technologische Innovation der „Plauener Spitze“ hatte. Das kreative Potential der Kunstschule behauptete sich auf Augenhöhe mit wegweisenden künstlerischen Kreisen, wie dem Deutschen Werkbund und dem Bauhaus Dessau, und fand auf verschiedenen Weltausstellungen international Anerkennung.

© Vogtlandmuseum Plauen, Repro: Vogtlandmuseum / Katrin Färber
Pariser Damen in Spitzenrobe auf einem Pferderennen in Auteuil, 1913, Paul Géniaux (Fotograf)

Begleitet werden

Begleitet werden die faszinierenden Entwürfe der Schule in der Ausstellung durch Textilien, Vorlagenmappen und Modefotografien aus den ehemaligen der Kunstschule, die sich im Vogtlandmuseum Plauen befinden. Diese dienten den damaligen Studenten als Inspiration für ihre eigenen Entwürfe. Die Schule wurde zwar im 2. Weltkrieg 1945 zerstört, Teile der Sammlungen waren jedoch ausgelagert, überdauerten im Museumsbestand und werden nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die Aufzeichnungen zu den Objekten gingen im Krieg verloren, daher ist die Herkunft und Entstehung der ausgestellten Vorbilder nur zum Teil geklärt. Flankierend werden exemplarisch Spitzen aus Plauener Industrieproduktion, besonders aus dem Bestand des Kunstgewerbemuseums Dresden, gezeigt. In Plauen finden sich ergänzend im externen Spitzenmuseum des Vogtlandmuseums vielfältige Exponate, um das Bild von der industriellen Produktion außerhalb der Schule zu komplettieren.

© Vogtlandmuseum Plauen, Foto: SKD / Michael Kretzschmar
„Ornamentale Zierformen nach der Natur“, Studienmappe der Kunstschule Plauen, 1910

Impressionen

Das in Jahrzehnten

Das in Jahrzehnten manifestierte biedere Image der „Plauener Spitze“ möchte die Ausstellung durch die Präsentation der modernen und innovativen „Nouveautés“ der Kunstschule hinterfragen. Denn Spitze kann, wenn Design und Industrie glücklich zusammenarbeiten, sowohl ein textil-grafisches als auch sehr sinnliches Kunstwerk sein.

Zugleich bietet die Ausstellung durch die Präsentation der aktuellen Forschungsergebnisse einen Ausblick auf die neue Dauerausstellung des Spitzenbestandes des Vogtlandmuseums, die ab 2023 im Weisbachschen Haus in Plauen, einer ehemaligen Kattundruckerei und dem ältestem Manufakturgebäude Westsachsens, ihr neues Domizil finden soll.

© Vogtlandmuseum Plauen, Foto: SKD / Michael Kretzschmar
Collier, Margarete Naumann (Entwurf und Ausführung), 1920/30

Publikation

Publikation zur gleichnamigen Sonderausstellung

Nouveautés - Kunstschule und Spitzenindustrie in Plauen

Herausgeber: Staatliche Kunstsammlungen Dresden; Thomas A. Geisler; Kerstin Stöver; Ute Thomas; 160 Seiten, 292 meist farbige Abb.; 29,7 x 21 cm, Klappenbroschur; Erscheinungsdatum 11.10.2020; ISBN 978-3-95498-578-4; 24 €

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