Entwurf für Sitzmöbel und Schrank
© Kunstgewerbemuseum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Gertrud Kleinhempel - Wegbereiterin des modernen Gestaltens

Die Gestalterin Gertrud Kleinhempel (1875-1948) und ihr künstlerisches Werk sind heute weitgehend vergessen. Dabei gehörte sie mit ihren klaren Entwürfen zu den Wegbereiterinnen eines modernen Stils. Um die einflussreiche Arbeit dieser Künstlerin vorzustellen, zeigt das Kunstgewerbemuseum zusammen mit dem Kunstmuseum Ahrenshoop in einer rapid response 36 Arbeiten aus ihrem umfangreichen zeichnerischen Nachlass.

  • Laufzeit 09.04.2022—19.06.2022

Gertrud

Gertrud Kleinhempels Gestaltungstätigkeit erstreckte sich von Möbeln über Schmuck bis zur angewandten Grafik. Für die Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst, den späteren Deutschen Werkstätten Hellerau, entwarf sie Interieurs, die bis in die 1920 Jahre hinein produziert wurden. Ihre Möbelentwürfe aus dieser Zeit zeichneten sich durch klare, ausgewogene Proportionen, ruhige Formen und ein zurückhaltendes Dekor aus. Später gründete sie mit ihren Brüdern eine eigene Kunstschule und lehrte Zeichnen. Schließlich leitete sie die Textilklasse an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule Bielefeld.

schwarz-weiß Fotografie von Getrud Kleinhempel
© Historisches Museum Bielefeld
Porträt von Gertrud Kleinhempel, um 1905

Gustav Windel

Während ihrer Lehrtätigkeit in Bielefeld arbeitete Gertrud Kleinhempel weiterhin als Möbeldesignerin und Innenarchitektin. Für den Textilfabrikanten Gustav Windel entwarf sie beispielsweise jeweils einen repräsentativen Empfangs- und Wohnraum. Stühle und Sofas mit üppigen Polstern und eine heitere Farbigkeit charakterisieren diese von ihr entworfenen Interieurs, die man durchaus als selbstbewusst verspielt charakterisieren kann.

Entwurf für Salonsofa
© Kunstgewerbemuseum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Deutsche Fotothek
Gertrud Kleinhempel, Entwurf für Salonsofa für die Villa des Textilfabrikanten Gustav Windel in Bielefeld, 1915

Leben

Gertrud Kleinhempel war ihr Leben lang unverheiratet und kinderlos, auch weil die Anstellung als Lehrerin ihr die Ehe vertraglich untersagte. Allem Anschein nach lebte sie in verschiedenen Lebensabschnitten mit Frauen zusammen: der ehemaligen Bielefelder Schülerin Else Hersel und später mit der Weberin Ellen Andresen. Das reetgedeckte Haus in Ahrenshoop aus dem Jahr 1800 bezog Gertrud Kleinhempel 1938 und lebte dort bis zu ihrem Tod 1948. In der Nacht vom 28. zum 29. Januar 2022 stand das denkmalgeschützte Haus in Flammen. Trotz eines stundenlangen Löscheinsatzes, an dem mehrere Feuerwehren aus der Umgebung beteiligt waren, brannte das Haus bis auf die Grundmauern nieder. 

schwarz-weiß Fotos eines reetgedeckten Hauses
© Historisches Museum Bielefeld
Gertrud Kleinhempels Haus in Ahrenshoop, um 1940

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