Ab 4. Mai 2020 hat das Kunstgewerbemuseum wieder regulär von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Malerin, Intarsienkünstlerin, Textilgestalterin

Ulla Schnitt-Paul

* 24. April 1908 in Berlin

† 21. April 1957 in Berlin

Geb. Schnitt, verh. Schnitt-Paul

bio

Ulla Schnitt kam am 24.4.1908 als Tochter des staatlich geprüften Landvermessers Richard Schnitt und der Anwaltssekretärin Agnes Schnitt, geborene Dienelt, zur Welt. Die gut situierte Familie wohnte in Berlin, wo Ulla Schnitt im Alter von etwa 18 Jahren im Atelier von Professor Emil Orlik in Malerei und Grafik unterrichtet wurde. Orlik war Leiter der Grafikklasse an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst, wo Schnitt weitere Klassen belegte. Da sich darüber keine Nachweise in den Akten des Universitätsarchivs befinden, handelte es sich vermutlich um Privatunterricht. Leider kann deswegen nicht mit Sicherheit gesagt werden, welche Klassen Ulla Schnitt besuchte. Vermutlich waren es Grafik und Malerei.

Vor allem in den späten 1930er und den beginnenden 1940er Jahren war Ulla Schnitt für die Deutschen Werkstätten tätig. Sie entwarf 1937 die Vorlagen für die Gobelins (Bildteppiche), die für die Ausstattung der repräsentativen Räume des Passagierdampfers Boissevain, dessen Innengestaltung teilweise von den Deutschen Werkstätten ausgeführt wurde, dienten. Sie rundeten entscheidend das Interieur nach Entwurf des Architekten Bruno Paul ab. Zu ihren Arbeiten für die Deutschen Werkstätten zählen weiterhin drei Intarsienarbeiten und mit aller Wahrscheinlichkeit auch mehrere Wandbilder. In Familienbesitz haben sich zahlreiche Gemälde aus der Hand von Ulla Schnitt-Paul erhalten.

Im Jahr 1941 heirateten Ulla Schnitt und Bruno Paul und bekamen noch im gleichen Jahr ihre erste Tochter Julia. Die zweite Tochter kam 1945 zur Welt.

Die junge Familie wurde durch die Kriegsgeschehnisse mehrmals schicksalhaft getroffen, verlor beispielsweise ihr Haus. Ulla Schnitt-Paul zog sich im Laufe der Kriegsjahre zunehmend aus der künstlerischen Arbeit zurück.

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